gedichte, die raum öffnen, berühren und nachklingen.

von unsichtbaren fäden

von unsichtbaren fäden

musik im ohr, ein leiser faden aus klang, der den tag von innen her zusammenhält. stift auf papier, linien zeichnen einen weg, muster bestehen, ohne zu fragen, woher sie kommen. farben strömen hinein in formen, die sich wie von selbst ordnen, während geschichten in dich hineinfliessen und herzhaftes lachen den raum aufleuchten lässt. gewürzstaub tanzt im licht, kichererbsen kullern in deinen händen, als würde freude hüpfen zwischen deinen fingern. du bereitest den raum, stellst hin, rückst, ordnest, als würdest du ein nest bauen für flügel, die erst am abend sichtbar werden. einkaufstüten rascheln, kochtöpfe summen, wärme steigt aus herd und herz zugleich und legt sich über stühle und teller. mit jedem handgriff webst du unsichtbare fäden: von dir zu dir, von dir zu ihnen, als wärst du schon den ganzen tag von wundervollen menschen umgeben. und wenn sie abends durch die tür treten, ist da dieses stille wissen: der tag war längst gemeinschaft – zuerst mit mir, dann mit ihnen.

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